Stinkefinger für McDonalds

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Am Samstag Mittag protestierten Greenpeace Aktivisten vor der McDonalds Filiale in der Hannoverschen Straße 38 gegen Gentechnik-Futter beim Fastfood Konzern. Sie brachten gut sichtbar Plakate mit Hühnchen Stinkefinger von außen an Wände und Fenster an. Die Aktion fand bundesweit in ca. 30 Städten statt. 

Die Botschaft der Aktion lasen interessierte Gäste auf dem Balkon, der Terrasse und beim McDrive. In der Filiale verteilten wird Flyer und der Eingangsbereich, wie der Parkplatz wurde mit der Hühnerkralle und der Mahnung „Billighuhn mit Gentechnik“ mittels Sprühkreide erkennbar gemacht. Nach gut 10 Min wurde die Aktion vom Filialleiter bemerkt. Leider ergab sich keine vernünftige Möglichkeit den „ahnungslosen“ Filialleiter aufzuklären. Infomaterial lehnte er strikt ab.

Gentechnik bei McDonald's

13 Jahre lang verzichtete McDonalds Deutschland auf gentechnikverändertes Futter für Hühner (2001 - 2014). 2014 kam dann die Rückwärtsrolle. McDonalds verwendet wieder genetisch veränderte Soja zur Fütterung der Hühner, die schließlich als Chickenburger und Chickenuggets beim Kunden auf dem Tablett landen - ohne Kennzeichnung und ohne diese richtig aufgeklärt zu haben. Die Begründung für die Rückwärtsrolle von McDonalds: „Es gäben keine ausreichende Menge an gentechnikfreiem Futter zu „wirtschaftlichen vertretbaren Preisen“.“ Mit anderen Worten: McDonalds ist der Umweltschutz zu teuer. Dabei hat sich gezeigt, dass ein Chickenburger für den Kunden nur 1Cent teurer werden würde, würde wieder auf gentechnikfreie Fütterung für Hühner umgestellt. Angrenzende Nachbarländer zeigen schließlich, dass es auch anders geht: Frankreich, Österreich und die Schweiz verwenden noch immer gentechnikfreies Futter. Die Verwendung von Gentechnik hat nicht nur Auswirkungen auf die Umwelt, sondern auch auf den Menschen. Gentechnik bedeutet, dass die Pflanzenart gegenüber eines Pestizids tolerant gemacht wird und nur die umliegenden Unkräuter vernichtet werden. Aber auch diese zeigen mit der Zeit Toleranzen auf, sodass immer mehr der Chemikalien gespritzt werden müssen, um es zu töten. Dieses Pestizid ist jedoch für die Schädigung von Mensch, Tier und Umwelt verantwortlich. Unter anderem werden Grundwässer verunreinigt und chronische sowie erbgutveränderte Erkrankungen treten bei Menschen auf. Besonders südamerikanische Länder sind davon betroffen.

Greenpeace hatte bereits im November 2014 McDonalds aufgefordert die Fütterung von ihren Hühnern wieder zu ändern. Protestkarten wurden unterschrieben und an die Filialleitung in München weitergeleitet sowie Passanten aufgeklärt. Dieses zeigte aber wenig Reaktion beim Fastfoodriesen. Am 20. März protestierten Greenpeacer erneut vor der Zentrale in München gegen Gentechnik, Massentierhaltung und Antibiotikaeinsatz bei McDonalds-Produkten. Noch immer wartet Greenpeace auf eine Veröffentlichung von eingesetztem Futtermittel, Lieferanten der Hähnchen sowie Zahlen der eingesetzten Antibiotika. Da auch das keine Wirkung zeigte, startete Greenpeace bundesweit einen gemeinsamen Gruppenaktionstag. Dieses Mal war die Vorgehensweise von Greenpeace etwas deutlicher. Plakate, auf denen eine Hühnerkralle in Form eines Stinkefingers zu sehen ist und „Stoppt Massentierhaltung“ darauf geschrieben steht, wurden an die Fenster, gut sichtbar für Kunden, angebracht. Mit Sprühkreide wurden weitere Hühnerkrallen auf die Flächen vor der Filiale gemalt. Dies soll nicht nur Kunden daran erinnern und aufklären, dass McDonalds gentechnisch verändertes Futtermittel verwendet und Massentierhaltung unterstützt, sondern auch die Filiale selbst an seine damals erbrachten Worte: „Wir sehen mal wie der deutsche Handel mit Gentechnik in nächster Zeit verfährt.“ Viele Einkaufsmärkte, wie Edeka, Rewe, Lidl und Aldi verzichten mittlerweile bei ihren Eigenmarken auf Gentechnik. Und auch der größte Geflügelmäster Wiesenhof verzichtet seit 2015 wieder auf gentechnisch verändertes Futtermittel. Nun sollte McDonalds ebenfalls reagieren.

 

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