Pestizide gefährden Bienen

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Greenpeace-Aktivisten protestieren am Kaufpark in Göttingen gegen den Einsatz von Pestiziden bei Zierpflanzen. Bundesweit findet der Protest in 38 Städten vor und in Filialen großer Bau- und Gartenmarktketten statt.

Im OBI-Markt haben wir am Wochenende die Zierpflanzen für den Aussenbereich mit Etiketten versehen, auf denen steht:" Achtung:Pestizide gefährden Bienen!" mit dabei eine menschengroße Blume. Bundesweit fand der Protest in 38 anderen Städten statt. Vorm Kaufpark könnten die Kunden dann noch Protestkarten ausfüllen und in der Filliale abgeben. Im April veröffentlichte Greenpeace eine Studie, nach der 79 Prozent der untersuchten Pflanzen aus Bäumärkten und Gartencentern Rückstände von Agraggiften enthielten, die Bienen krank machen können.

"Der Fund dieses Giftcocktails belegte, dass in der Herstelling dieser Zierpflanzen massiv Pestizide eingesetzt werden. Pflanzen haben jedoch keine Beipackzettel. Verbraucher servieren Bienen daher in ihren Gärten mit attraktiven Blüten unbeabsichtigt auch gefährliche Chemikalien", sagt Friederike Müller, von Greenpeace Göttingen.

Baumärkte müssen auf ihre Pflanzenproduzenten einwirken

Baumärkte bieten Pestizide zum Einsatz in Haus- und Kleingärten an: Chemische Unkrautvernichter und Gifte gegen Insekten und Pilzkrankheiten. Greenpeace hat die größten Bau- und Gartenmärkte OBI, Bauhaus, Toom, Hornbach und Hagebau gefragt, ob sie bienengefährliche Pestizide aus dem Sortiment nehmen würden und von ihren Pflanzenlieferanten einen Verzicht auf den Einsatz dieser Gifte verlangen. Das Ergebnis: Bauhaus, OBI, Toom und Hornbach, haben die für Bienen gefährlichsten Stoffe aus ihren Regalen genommen. Hagebau zieht Ende des Jahres nach. Alle weigerten sich jedoch, auf ihre Pflanzenlieferanten einzuwirken.

"Die Unternehmen haben bewiesen, dass sie zum Schutz der Bienen beitragen können und wollen. Doch sie müssen auch ihre Pflanzenlieferanten dazu bringen, nicht länger bienengefährdende Pestizide zu verwenden", fordert Maja Nieragden.


Die unabhängige Umweltschutzorganisation identifizierte bereits im Vorjahr im Report "Bye Bye Biene" sieben für Bienen besonders gefährliche Pestizide. Diese müssen umgehend aus der landwirtschaftlichen Praxis verbannt werden, um das Bienensterben aufzuhalten. Vier der Wirkstoffe (Imidiacloprid und Clothianidin von Bayer, Thiamethoxam von Syngenta sowie  Fipronil von BASF) belegte die EU im Dezember 2013 mit Anwendungseinschränkungen. Analysen von Bienenpollen und jetzt der Zierpflanzen zeigen jedoch, dass diese Pestizide immer noch in die Umwelt gelangen und somit Bestäuber gefährden. "Wir brauchen ein sofortiges Verbot aller bienengefährdenden Pestizide", betonte Christian Fischer von Greenpeace Göttingen.

 

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