Osterüberraschung bei LIDL

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Göttingen, 12.04.2014 – Greenpeace-Aktivisten sprühen vor Lidl-Discountern im Maschmühlenweg und in der Industriestraße bunte Ostereier auf die Parkplätze auf den Boden. Die Ehrenamtlichen protestieren damit gegen den möglichen Einsatz von Gentechnik bei Geflügelfleisch und Eiern von Lidl.

Geflügel und Legehennen sollen ab sofort wieder mit Gen-Soja gefüttert werden. Schon zu Oster können LIDL-Eier, die mit Gentechnik produziert wurden, bei den Verbrauchern auf Tisch landen. Die Protestaktion fand in insgesamt 34 Städten bundesweit statt.

"Den Verbrauchern wird Gentechnik indirekt und unbemerkt über Eier, Fleisch und Milch ins Essen geschummelt, ohne Kennzeichnung der Produkte", so Maja Nieragden von Landwirschafts-Expertin von Greenpeace Göttingen.

Die Verbraucher wollen keine Gentechnik in Ihrem Essen und sind bereit, mehr Geld auszugeben, wenn klar ist dass die Produkte Gentechnik-frei sind. Das ergab eine repräsentative Umfrage, die das Forsa-Institut im Auftrag von Greenpeace im April 2014 erstellt hat. Danach ist 79 Prozent der Befragten wichtig oder sehr wichtig, dass Legehennen und anderes Geflügel nicht mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert werden.

Kennzeichnungspflicht gefordert

Fast alle Befragten, 93 Prozent, sind der Meinung, dass Geflügelfleisch und Eier gekennzeichnet werden sollten, wenn die Tiere mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert werden. Die große Mehrheit der Befragten würden mehr als einen Cent mehr für ein Ei ausgeben, wenn dieses ohne Gentechnik produziert wird. Mit diesen Mehrkosten, die die Verbraucher tragen würden, ist eine gentechnikfreie Produktion problemlos möglich.

"Die Wünsche der Verbraucher sind eindeutig und werden vom Handel schlichtweg ignoriert. LIDL, ALDI und Co. müssen jetzt handeln und ihre Produkte frei von Gentechnik halten", sagt Nieragden.

Bald wieder mit Gentechnik

Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft hatte im Februar angekündigt, genmanipuliertes Soja zur Fütterung von Hühnern einzusetzen. Angeblich stünde nicht mehr ausreichend gentechnilfreies Soja zur Verfügung. Dabei ist das Gegenteil der Fall: Im Vergleich zur Vorsaison gibt es nach Angaben des brasilianischen Verbandes der Produzenten gentechnikfreien Sojas (Abrange) zehn Prozent mehr gentechnikfreien Soja.

Das Risiko

Gentechnik in der Landwirtschaft ist mit einem hohen Einsatz von giftigen Spritzmitteln verbunden und steht für eine industrialisierte Landwirtschaft, die auf großflächige Monokulturen setzt, die Artenvielfalt zerstört und Böden und Wasser schädigt. Greenpeace fordert eine nachhaltige, ressourcenschonende Landwirtschaft und gesunde Lebensmittel für alle.

 


 

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