Göttingens Wälder vorbildhaft?

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Greenpeace-Aktivisten haben am heutigen Sonntag im Göttinger Stadtwald mit einer sogenannten Sonderwaldinventur begonnen. Hierfür vermessen die Aktivisten den Wald mit Maßbändern und GPS-Geräten. Ziel ist es, bewirtschaftete mit unbewirtschaftete Flächen zu vergleichen und so die Wirkung einer naturnahen Waldbewirtschaftung zu erfassen.

Zudem wird in einigen Flächen der "Waldvorrat" gemessen. Dabei wird die Dicke und Höhe jedes Baumes vermessen. Große Waldvorräte sind wichtig für den Klimaschutz. " Das Konzept des Göttinger Stadtwaldes ist zukunftweisend im 21. Jahrhundert. Klima- und Artenschutz, aber auch die ökologische verträgliche Nutzung des Rohstoffs Holz sind aktueller denn je" , sagt Martin Kaiser, Wald- und Klimaexperte von Greenpeace.

Seit über 15 Jahren haben die Stadt Göttingen und die unabhängige Umweltschutzorganisation Greenpeace eine Kooperation zur naturnahen Nutzung des Stadtwaldes. Am neunten August 1995 hat die Stadt zugesagt, ihren Wald nach Greenpeace-Grundsätzen zu bewirtschaften. Diese Grundsätze wurden ein Jahr zuvor gemeinsam mit Robin Wood, BUND und dem Naturland-Verband entwickelt. Erstmals wurde das Konzept im Stadtwald Lübeck angewendet. Dabei wird aufgezeigt, wie die Ansprüche der Gesellschaft an Erholung und Naturschutz, aber auch an die wirtschaftliche Nutzung von Holz zu vereinbaren sind.

Im Vorfeld lobte der Göttinger Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) das gemeinsame Projekt: "Im Stadtwald von Göttingen haben wir ein strikt ökologisches Waldbewirtschaftungsmodell, zu dem auch die Ausweisung von zehn Prozent der Waldfläche gehört, die der natürlichen Waldentwicklung und der Erholung der Menschen überlassen wird. Wir freuen uns, dass die jungen Menschen von Greenpeace noch tiefer in das Göttinger Bewirtschaftungsmodell einsteigen wollen."

Seit Anfang dieses Jahres setzt sich Greenpeace verstärkt für den besseren Schutz und eine ökologische Nutzung der deutschen Wälder ein. Hintergrund sind zum einen fehlende Schutzkonzepte zum Erhalt unserer heimischen Waldökosysteme, der Buchenwälder, zum anderen die zunehmende Industrialisierung der Forstwirtschaft und der steigende Holzeinschlag. Greenpeace fordert den strengen Schutz von zehn Prozent der öffentlichen Wälder (Umsetzung der nationalen Biodiversitätsstrategie) und für die genutzten Flächen eine Waldbewirtschaftung, die den ökologischen Wert der Wälder erhält und die regionale Wirtschaft stärkt.
 

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