Das Kohlezeitalter ist vorbei

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Ein Zeichen für den Klimaschutz und gegen die klimaschädliche Kohleverstromung setzten am 25. April 6000 Menschen aus ganz Deutschland und teilweise darüberhinaus im rheinischen Braunkohle Revier. Wenige Kilometer südlich von Köln wurde ein 7,5 km lange Menschenkette für die Energiewende gebildet.

Vorab wurde immer behauptet man könne keine Großdemonstration im rheinischen Braunkohlerevier organisieren, nicht im Bundesland der Kohle, nicht in NRW. Am Samstag bewiesen Menschen aus ganz Deutschland, aus den Niederland, Schweden und aus Polen dies geht sehr wohl. 5000 Menschen hatte man erwartet, 6000 sind gekommen. Sie demonstrierten für die Durchsetzung des Kohleausstiegs, gegen die negativen Folgen des Kohleabbaus wie die Umsiedlung der Bevölkerung und gesundheitliche Risiken, z.B. durch Quecksilber, sowie dafür, das Klimaziel einzuhalten, zu dem Deutschland sich verpflichtet hat: bis zum Jahr 2020 die Treibhausgasemission auf 40% zu reduzieren. Die Rolle der Braunkohle ist dabei von großer Bedeutung, denn sie ist der klimaschädlichste Energieträger weltweit.

Sechs Greeneacer aus Göttingen waren ebenfalls bei der Menschenkette aktiv: „geschmückt“ mit Spruchbannern, gelben Bändchen und Anti-Kohle-Kreuzen demonstrierten sie gegen den Tagebau. Obwohl der Wetterbericht mit Regen gedroht hatte, blieb die Menschenkette trocken, was zur fröhlichen Atmosphäre und den unzähligen La-Olawellen bestimmt beitrug. Nach dem üblichen organisatorischen Hin und Her kam dann bald schon die erhoffte Meldung: die Kette ist geschlossen! Das bedeutete, dass auf einer Linie über 7,5 Kilometer eine ununterbrochene Menschenkette sich aufgestellt hatte, genau dort, wo die Bagger des Tagebaus stoppen müssen, wenn Deutschland seine Klimaziele einhalten will. Mit der Menschenkette wurde auch eine Verbindung zwischen dem Tagebau Garzweiler und dem Geisterdorf Immerath gebildet, welches symbolisch für alle folgenden Gemeinden steht. RWE muss die Zwangsumsiedlung und Naturzerstörung beenden, spätestens bis 2030.

Die Schlusskundgebung fand nur wenige Schritte von der Kette entfernt im nahezu verlassenen Dorf Immerath statt: fast alle Bewohner sind schon fortgezogen in der Erwartung, bald dem Tagebau weichen zu müssen. Alle Rollläden der Stadt sind unten oder die Fenster mit Brettern vernagelt, die Bank hat schon vor drei Jahren geschlossen, auch die Kirche steht leer. Doch das bunte und laute Treiben der Aktivisten lies die Geisterstadt-Atmosphäre schnell verblassen, es gab warmes Essen auf Spendenbasis, Infostände und nach der Schlusskundgebung sogar ein kleines Konzert, an dem viele Teilnehmer ausgelassen ihren Erfolg feierten eine Anti-Kohle-Kette im Rheinland. Gegen Abend fuhren die Busse zurück zum Bahnhof oder direkt in die Heimatstädte der Teilnehmer.

 

Weiterführende Links

Mitschnitt des Audiobeitrages bei der Abschlusskundgebung
Flickr Album zur Antikohle-Kette

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