Baggern wie die Weltmeister

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05.07.2014 Am Samstag hatten wir dazu die „Greenpeace Schaufelrad-Tour“ zu Gast in Göttingen, dabei konnten die Besucher vor Ort ihren Widerstand gegen die Braunkohle zeigen und mehr über die Folgen des Klimakillers Braunkohle erfahren.

Morgens 10 Uhr, es ging los. Falk ein Anwohner aus der Lausitz und Gegner der Kohleverstromung und Andreas von Greenpeace Hannover kamen mit dem Tour- Transporter an unserem Büro an. Es folgte eine kurze Vorstellung und nachdem die letzten inhaltlichen und logistischen Fragen geklärt waren, fuhren wir mit den Fahrrädern und dem Transporter Richtung Göttinger Kiessee. Dort angekommen begannen wir damit den „Eyecatcher“ der Tour aufzubauen, ein 5x7 Meter großes Schaufelrad im Maßstab 1/5. Die ersten Besucher der Liegewiese staunten nicht schlecht als sich vor ihnen das mit Luft gefüllte Schaufelrad eines Braunkohlebaggers erhob. Ein Generator der an mehrere Solarmodule angeschlossen wurde, versorgte uns dabei mit dem nötigen Strom. Schließlich endet die Energiewende nicht am Infostand. Mit Seilen und Gewichten gesichert wandten wir uns dann dem Aufbau des „Miniatur-Marktes“ zu aus Infopyramiden, Bannern, Schildern von Städten die zerstört würden für neue Tagebaue, Sitzsäcke, Infotische und ein Pavillon mit Informationsmaterial zu der geplanten Menschenkette und den Problem, die die Braunkohle birgt, sowie nicht zuletzt Essen und Getränken für einen langen Aktionstag. Immer dabei waren Kameras von Studenten der GWU, die den Ablauf für eine Studienarbeit filmten. Wir waren also vorbereitet, den Besuchern die Problematik der Braunkohle näher zu bringen.

„Mit der Braunkohle wird Deutschland seine Klimaziele verfehlen, dabei können die Erneuerbaren Energien den Bedarf schon bald decken“, so Jondalar Kuß, Sprecher von Greenpeace Göttingen.

Schon nach kurzer Zeit fingen auch die Kajakfahrer an, die gerade ein Kanupolo Turnier veranstalteten, sich für den ungewöhnlichen Aktionsstand zu interessieren. Einer von ihnen paddelte zu uns ans Ufer und es sollten im Laufe des Tages Mehrere folgen. Neugierig folgte der Kajakfahrer den Ausführungen eines Ehrenamtlichen aus unserer Gruppe und unterschrieb die Petition an die Landesregierung in Brandenburg gegen den Ausbau der Kohleverstromung. 
Zur Petition: www.greenpeace.de/braunkohlestoppen

„Die Landesregierung in Brandenburg und die Bundesregierung müssen jetzt den Kohleausstieg vorbereiten. Nur so kann der Klimawandel verlangsamten werden und die Menschen können in ihren Dörfern bleiben.“

Die Passanten die kein Interesse hatten mit zur Menschenkette zu kommen, zeichneten gelbe und orange Kreuzmännchen auf ein auf uns vorbereitetes Banner, damit konnten jeder Teil des Widerstands gegen die zerstörerische Braunkohlepolitik der Bundesregierung sein. Insbesondere die Jüngsten Besucher hatten dabei sichtlich Spaß. Das Banner kommt mit zur Menschenkette am 23. August in der Lausitz. Trotz guten Wetters und nur weniger kleiner Schauer am Nachmittag blieb der große Ansturm auf die Liegewiese jedoch aus und wir beschlossen mit Material- und Petitionslisten ausgestattet eine Rundtour um den See zu machen, um mehr Leute über die Anti-Kohle Kette zu informieren. Die Resonanz dabei fiel überwiegend positiv aus und die meisten wussten bereits über die Problematik der Braunkohle Bescheid. Interessiert nahmen die See-Besucher das Material an und unterschrieb die Petition.

Mehr zu den Folgen und weitere Informationen finden sie hier: www.braunkohle.info/Tagebau

Während am eigentlichen Stand immer mal wieder Spaziergänger und Jogger vorbei kamen füllten sich langsam die Petitionslisten und das Banner. Direkt vor uns fand noch immer das Kanupolo Turnier statt und auch so waren ein paar Ruder- und Tretboote unterwegs, was lag also näher als sich selbst ein Boot zu mieten und mit den Leuten vom Wasser aus ins Gespräch zu kommen. Gesagt getan noch eine Flagge befestigt und fertig war das „Greenpeace Ruderboot“. Am Ende des Tages also gegen 20 Uhr hatten wir 87 Unterschriften für die Petition zusammen, ein volles Banner und den ein oder anderen Interessierten für die Fahrt zur Menschenkette.

Vielen Dank an alle Passanten und wir werden diesen ungewöhnlichen Infostand lange in Erinnerung behalten.

Wer an dem 23.8 mit in die Lausitz möchte, es wird von Göttingen ein Bus dorthin fahren. Die Tickets werden bald im Buchladen „Rote Straße“ zum Verkauf angeboten. Mehr Infos dazu auch in Kürze bei uns auf Facebook und auf dieser Internetseite. 

Weiterführende Links

Greenpeace Petition, keine neuen Tagebaue in der Lausitz
Infos zum Abbau und der Verstromung von Braunkohle

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