Von wegen Idylle

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Großartige Bilder, unberührte Natur: dies lockte am vergangenen Wochenende etwa 2000 Besucher zum 13. Fernwehfestival ins ZHG. Auch Greenpeace Göttingen war mit einem Infostand vor Ort. Denn so unberührt, wie sie mancherorts noch scheint, ist unsere Umwelt leider nicht mehr.

Acht Greenpeace-Teams haben in entlegenen Gebieten auf drei Kontinenten Wasserproben entnommen. Selbst dort ließen sich schädliche Chemikalien nachweisen. Dabei handelt es sich insbesondere um sogenannte PFC (poly- oder perfluorierte Chemikalien). Mit diesen Stoffen macht vor allem die Outdoor-Branche ihre Kleidung wasser- und schmutzabweisend. Auf diese schädigen gerade diejenigen Firmen die Umwelt, die sich in der Werbung gerne besonders naturverbunden geben.

Am 25. Januar veröffentlichte Greenpeace die Ergebnisse eines Test von 40 Produkten von Herstellern aus 19 unterschiedlichen Ländern. Nur in 4 Artikeln wurde keine PFC nachgewiesen, in allen andere konnten gifte fluorhaltige Chemikalien nachgewiesen werden zum Teil sogar besonders gesundheitsgefährdende Perfluoroktansäure (PFOA).

PFC sind chemich sehr stabile Verbindungen. Einmal freigesetzt, werden sie praktisch nicht mehr abgebaut. Sie reichern sich so in Lebewesen an und sind als giftig eingestuft. Die Verwendung langkettiger PFC wird inzwischen durch eine EU-Richtlinie reglementiert. Doch kurzkettige PFC sind nicht minder problematisch: Sie sind flüchtiger und gelangen so schneller in Luft und Wasser. PFC lassen Wasser und Schmutz von Kleidung abperlen. Deshalb sind sie für die Herstellung von Outdoor-Ausrüstungen so begehrt; auch für die Produktion der innen liegenden Membranen (zum Beispiel Gore-Tex) werden sie eingesetzt. So trotzt das Kleidungsstück matschigen Wegen und tropfenden Bäumen im Wald.

Welche Möglickeiten haben VerbraucherInnen? Im Outdoorladen des Vertrauens nach PFC freien Artikeln fragen. Zwar wird eine Jacke dann auch einmal schmutzig, jedoch schonen sie die Umwelt und sind nicht gesundheitsgefährdend.

Greenpeace fordert von der Hersteller, auf PFC zu Verzichten. Doch nur wenige Unternehmen setzen auf PFC-freie Alternativen. Die meisten verweigern sich einem Dialog und schieben Kundenwünsche vor.

Daher bitten wir Dich:
Unterzeichen das Detox Outdoor Manifest und sprich Dich gegen schädliche Chemie in Kleidung aus.
Gemeinsam können wir unsere Wege, Parks, Berge und Zeltplätze sauber und unberührt von industrieller Verschmutzung halten.

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