Neue Wege (er)fahren

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Radverkehr in Göttingen am Scheideweg – Entwicklung oder Rückschritt?

Greenpeace Göttingen lädt ein: Infoabend zum Radverkehrsentwicklungsplan (RVEP)

Am 15. August wollen wir gemeinsam über die Zukunft des Göttinger Radverkehrs diskutieren.

Inhalte des Abends:

  • Filmvorführung: „The Human Scale“ zum Thema lebenswerte Stadt (Englisch mit deutschen Untertiteln)

  • Vorstellung: Aktueller Stand des Radverkehrsentwicklungsplans

  • Diskussion: Die Zukunft des Göttinger Radverkehrs

  • Moderation: Ute Andres

Freier Eintritt
Datum: 15. August 2017
Zeit: 19:00 bis 21:30 Uhr
Ort: Apex Kultur e.V., Burgstr. 46, 37073 Göttingen

 

 

Aktueller Stand zum Radverkehrsentwicklungsplan: Aufgabe und Ziel

In Göttingen werden 28% aller Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt. Leider sind viele Radwege in einem schlechten Zustand und ein zügiges Fahren in der Stadt ist aufgrund der Streckenführung schlecht möglich. Leider ist in Göttingen auch das Auto nach wie vor das wichtigste Verkehrsmittel. Das führt zu einer starken Belastung durch Stickoxide. So sind die NOx-Werte nach vielen Jahren Rückläufigkeit von 2012 auf 2013 um über 24 % gestiegen und überschreiten den Jahresgrenzwert von und 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft seit jenem Jahr.

Um diesen Problemen zu begegnen und Göttingen insgesamt bis 2050 zu einer klimaneutralen Kommune zu machen, wurde 2014 der Masterplan 100% Klimaschutz verabschiedet. Teil des Masterplans ist der Klimaplan Verkehrsentwicklung, der verschiedene Konzepte zu Autoverkehr, öffentlichem Nahverkehr, Radverkehr und Fußverkehr vereint.

Eine besondere Bedeutung kommt dabei dem Radverkehrsentwicklungsplan (RVEP) zu. Im Rahmen des RVEP wurden verschiedene Maßnahmen diskutiert, die zur Verbesserung des Radverkehrs beitragen sollen. Greenpeace Göttingen hat diesen Prozess kritisch begleitet und viele Vorschläge eingebracht. Aus den Diskussionen lässt sich ableiten, dass der Grundsatz: „Auto vor Fahrrad und Fußgänger“ nach wir vor Bestand hat. Das muss sich ändern!

Die große Chance, durch den RVEP die Attraktivität des Radverkehrs nachhaltig zu steigern und die Gesundheit der Menschen dauerhaft zu schützen wurde nicht erkannt.

Auch die Möglichkeit, Verkehrsflächen nutzergerecht umzugestalten wurde kaum wahrgenommen.
 

Greenpeace Göttingen fordert:

  • Fahrrad und Fußgänger vor Auto

  • Schnelle und sichere Wege

  • Diebstahlsichere und trockene Abstellmöglichkeiten

  • Ein bürgerfreundliches Fahrradverleihkonzept

  • Kontinuierliche Beteiligung der Bürger

 

Die Attraktivität des Radverkehrs muss nachhaltig gesteigert und Radfahren zur angenehmsten Form der Fortbewegung in Göttingen werden. Autofreie Mobilität kann auf diese Weise zu mehr Lebensqualität und der Schaffung eines neuen Lebensgefühls beitragen.

Mit der Bewerbung zum Masterplankommune 100 % Klimaschutz haben sich Politik und Verwaltung sowohl gegenüber dem Bundesumweltministerium als auch den Bürgern Göttingens dazu verpflichtet diesen Plan nicht nur zu erstellen, sondern auch umzusetzen.

Die Verantwortlichen müssen endlich agieren und gemeinsam mit den Bürgern neue Strategien entwickeln, nur so kann die Verkehrswende gelingen.



Hinweis auf externe Veranstaltung:

Am 22. August 2017 könnt Ihr über die Zukunft des Radverkehrs in Göttingen mitentscheiden. Die Verwaltung präsentiert die zentralen Ergebnisse des RVEP die danach in Gruppen diskutiert werden.

Bring Dich ein, gestalte mit!

Freier Eintritt
Datum: 22. August 2017
Zeit: 18:00 bis 20:00 Uhr
Ort: Paulinerkirche/Niedersächsische Universitäts- und Landesbibliothek, Papendiek 14, 37073 Göttingen

Achtung Änderung:

Die Stadt Göttingen hat diesen Termin kurzfristig abgesagt.

Wann die Veranstaltung nachgeholt wird, steht bislang noch nicht fest.



Hintergrund

Im Kern gesund: Das Mobilitätskonzept von Greenpeace

Laut Kraftfahrt-Bundesamt sind derzeit in Deutschland 45,8 Mio. PKW zugelassen. Der daraus resultierende Autoverkehr belastet dabei zunehmend Mensch und Umwelt und ist für eine Vielzahl von Problemen verantwortlich. Neben dem Ausstoß von Treibhausgasen, der Lärmbelastung sowie der Flächeninanspruchnahme für Verkehrsflächen stellt mit steigender Tendenz die Schadstoffbelastung in Innenstädten ein ernsthaftes Problem dar. Ziel muss es deshalb sein die Schadstoffemissionen in Innenstädten deutlich zu senken und damit verbunden eine nachhaltige Verbesserung der Lebens- und Luftqualität für die Menschen dort zu erreichen.

Greenpeace fordert daher eine ganzheitliche konsequente Mobilitätsstrategie für deutsche Städte und darüber hinaus mit Hinblick auf die Zukunft eine Um - und Neugestaltung urbaner Räume mit dem Menschen im Mittelpunkt. Wege sollen nicht mehr nur leidige Notwendigkeit sein, um von A nach B zu kommen, sondern Räume, in denen unser Leben stattfindet. Diesem Leitgedanken folgend ergeben sich konkrete Forderungen wie die Reduzierung fließenden und ruhenden Autoverkehrs, die Rückgewinnung und Belebung öffentlicher Räume, aber vor allem die Verbesserung der Infrastruktur für Fußgänger und Radfahrer unter den Aspekten Nähe, Komfort und Sicherheit.

 

 

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