Mikroplastik? Nein Danke!

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Vor der schönen Kulisse des Göttinger Kiessees haben wir am Sonntag, den 04. Juni über umweltschädliche Mikrokunststoffe in Kosmetik, am Beispiel von Produkten der deutschen Firma Henkel, informiert. Wir haben Einkaufshilfen und Rezepte für plastikfreies Peeling verteilt, viele angeregte Gespräche geführt und eine kurze Umfrage gestartet.

Mikroplastik findet sich in vielen Pflegeprodukten. Diese enthalten nicht nur winzige Plastikperlen und Granulate, sondern auch flüssiges, wachs-und gelhaltiges Plastik. Diese Plastikstoffe sind in der Regel nicht biologisch abbaubar, werden in Kläranlagen nicht herausgefiltert, gelangen über die Abwässer in die Umwelt und gefährden unsere Meere.

Dabei ist Mikroplastik in Kosmetik meist vollkommen überflüssig oder ersetzbar. Die zertifizierte Naturkosmetik macht es erfolgreich vor.

Mikrokunststoffe in Kosmetik sind ein Problem aller konventionellen Hersteller, doch die Politik unternimmt zu wenig, um die unnötige Umweltverschmutzung zu beenden.

Die Bundesregierung verlässt sich ausschließlich auf die freiwillige Selbstverpflichtung der Kosmetikindustrie im Rahmen des sog. „Kosmetikdialogs“. Weil es jedoch keine offizielle, einheitliche Definition von Mikroplastik gibt, legt jeder Hersteller eigenmächtig fest, was er unter Mikroplastik versteht und auf welche Produkte sich der freiwillige Verzicht bezieht. In den allermeisten Fällen sind nur feste Plastikpartikel gemeint, nicht aber auch flüssige, wachs- und gelartige Kunststoffe. Erst kürzlich enthüllte Greenpeace mit einem Herstellercheck, dass alle deutschen Produzenten weiterhin Kunststoffe einsetzen, sich aber Mikroplastik-frei nennen, so auch Henkel.

Dabei hat sich Henkel verpflichtet, seine angeblich führende Rolle im Bereich Nachhaltigkeit stetig auszubauen und seinen ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Mit diesem Anspruch sollte der Konzern in der Lage sein, umweltfreundliche Produkte herzustellen.

Die Umfrage, die wir mit 50 Teilnehmenden am 04.. Juni durchgeführt haben zeigt, dass...

… 62 % der Befragten nicht wissen, wie sie Plastik in Kosmetikprodukten erkennen können.

… 94 % der Befragten finden, dass Henkel zukünftig generell auf Plastik (feste, flüssige und andere Kunststoffe) in seinen Kosmetik- und Pflegeprodukten verzichten sollte.

… 96% der Befragten zukünftig ein vergleichbares plastikfreies Produkt eines anderen Herstellers bevorzugen würden.

Die Umfrage haben wir anschließend an Henkel weitergeleitet.

Wir hoffen, dass Politik und Hersteller zeitnah handeln. Bis dahin können wir vor allem durch unsere Kaufentscheidung eine Stimme abgeben. Greenpeace hat aus diesem Grund eine scheckkartengroße Verbraucher*innen-Einkaufshilfe entwickelt, auf der die am häufigsten verwendeten Mikrokunststoffverbindungen zu finden sind. Ein Abgleich mit den Inhaltsstoffen der Kosmetikprodukte hilft den Konsument*innen, eine bewusste, nachhaltige Einkaufsentscheidung zu treffen.

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